22
Jul
2007

Aua - Wespenalarm in der Nacht

Gestern war ein heißer Tag. Jo die Österreicher werden es bestätigen.
Für meine Kollegin hab ich Seelenpflege betrieben. Ein Aufheiterungsprogramm musste her. Erstmal stundenlang im Cafe gesessen, dann am Pc, und dann abends, eher nachts, nochmal weg. Sie hat dann bei uns übernachtet. Aber es wollte wohl noch jemand bei mir um Asyl ersuchen. Aber dieser Jemand hatte sich ja nun noch nicht einmal angemeldet, geschweige denn für die Nächtigung bezahlt!

Unser erstes Aufeinandertreffen verlief nicht so glücklich, das zweite übrigens auch nicht, dies verlief tötlich ...
Erste Begegnung: Ich lag friedlich in meinem Bett, wollte mir meine Decke schnappen, so wie ich es immer tue, mich an sie kuscheln. Aber dazu kam es nicht. Stattdessen traf mich ein höllischer Schmerz in meinem linken Schienbein. Ein Schrei von mir, entsetzter Blick von mir, da hängt was an meinem Bein, abgeschüttelt, dann kam es wieder, wieder abgeschüttelt, aus dem Bett gesprungen mit schmerzendem Bein, Lich an, und was liegt in meinem Bett?

Ich dachte ich seh nicht richtig! Meine Kollegin kam aus ihrem Zimmer: Was ist denn los? Ich kühlte erstmal meine Beule. Dann sahen wir das Vieh nicht mehr. Ist bestimmt rausgeflogen. Nun denn, ich wieder zurück ins Bett. Erstmal alle Decken und Kissen ausgeschüttelt. Und dann höre ich als ein summen. Ich denke so bei mir: das bildest du dir ein, da is nix. Aber immer wieder hörte ich was summen. Ich schaute unter meine Bettseite, rüttelte an der Unterbettkommode, nix.
Gut, beruhig dich, da is nix mehr, hier summt auch nix.
Aber trotzdem hörte ich in meinem geistigen Ohr immer wieder Geräusche: Ich werde verrückt!! Also unter der anderen Bettseite nachgeschaut, und siehe da, da hing sie an der anderen Unterbettkommode. Nein, sie summte in der Tat nicht, stattdessen hing sie da rum.
Völlig panisch und humpelnd schlich ich ins Wohnzimmer, bewaffnete mich mit Zeitungen und der Fliegenklatsche. Ich kann doch sowas nicht töten, ich hab Angst davor, was wenn ich das Vieh nicht treffe? Ich kann das nicht, aber ich muss. Im heißen Wohnzimmer schlaf ich bestimmt nicht. Stell dich nicht so an.
Also ran an den Feind. Erstmal ein klein wenig angelüpft. Und was macht die Bestie? Sie streckt mir ihr Hinterteil entgegen, es schien als wollte sie sagen: Na kommt doch, komm schon, du hast doch noch ein Bein, das knöpfe ich mir auch noch vor! Wieder angelüpft, wieder Arsch in die Höhe, ich wieder panisch raus aus dem Zimmer. Nein du musst das tun. Wieder rein, draufgeschlagen (sie saß auch sehr ungünstig) dann fiel sie auf den Boden, ich schlug mindestens 10 Mal auf sie ein. Dann nahm ich sie auf die Schippe un schmiss sie aus dem Fenster.
Sei stolz auf dich, du hast es geschafft. Dieses Biest wird niemanden mehr stechen!
Mein Bein hatte nun eine dicke Beule. Ich dachte was kann da schon groß anschwellen am Schienbein, ha, weit gefehlt. Weiter gekühlt. Nochmal alles aufgeschüttelt, nochmal alles abgesucht. Schmerzen schlimmer als beim tätowieren, und trotzdem irgendwann, nachdem ich ein paar Tränen vergossen hatte, eingeschlafen.

So, ich werde nie nie wieder ins Bett gehen ohne vorher alles nochmal aufzuschütteln und nachzusehen. Ich mag nicht nochmal ne Wespe in meinem Bett haben! Und mein Bein hat nun keine Beule mehr, aber es ist an der Stelle kochendheiß, und es tut immer noch weh, besonders beim laufen.
Ich weiß schon warum ich Panik vor solchen geflügelten Tieren habe ...

~~ Words about me ~~

Manchmal stell ich mir die Frage wie viele Seelen ich in mir beherbergt habe. - Es gibt die "normale" Version von mir (welche es auch immer sei *grübel*) - Die Nachdenkliche, in der ich ganz und gar versinken kann und dann von Melancholieschwaden umgeben bin. - Die Lustige und Kindische, in der ich sehr albern sein kann. *schäm* - Die Dämonische, in der ich fast zur Voodoopristerin werden könnte .... (wobei manchmal die Hexeigenschaften auch tatsächlich funktionieren, ob nun gewollt oder unbewusst) - Die Version wo mich jede Kleinigkeit auf die Palme bringt, und so schnell nichts wieder runter. - Die kreative Version, die nicht oft bei mir durchbricht. - Die Geduldige, in der mich so schnell nichts aus der Ruhe bringt. - Die Gestresste, in der ich nicht mehr weiß wo mir der Kopf steht, weil ich wieder mal alles in einem be- stimmten Zeitplan schaffen will. - Wobei wir dann bei der perfektionistischen Version wären, in der alles so sein muss wie ich das gerne hätte, und wehe wenn nicht .... - Die organisatorische Version, in der ich alles genau plane, und dann meist in die gestresste Version zurückfalle. - Die Experimentierfreudige, in der ich mich dann freue wie ein kleines Kind wenn es geklappt hat, oder aber schwarz ärger, da genau das Gegenteil eingetreten ist. - Die nervöse und aufgeregte Version, die schon bei Kleinigkeiten abrufbar ist. Nun gut, ich möchte das nun nicht weiter ausdehnen, es gibt bestimmt noch ein paar andere Ausführungen von mir. (Vielleicht ist es auch reiner Selbstschutz, da ich gerade merke das doch recht viele negative Eigenschaften dabei sind *schäm*)


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